Die Bewässerung

Das Kürbisse für ihr vegetatives Wachstum sehr viel Wasser benötigen, ist nicht ganz richtig. Das meiste Wasser wird in der generativen Phase von Anfang Juli bis Mitte August gebraucht, wenn die Blüten und Früchte ausgebildet werden. Durch zuviel Bewässern am Anfang der Kulturzeit kommt es häufig zu Staunässe und Wurzelfäulnis. Wenn die Pflanzen in einem Gewächshaus vorkultiviert wurden, muss in der vegetativen Phase bei längeren Trockenperioden jedoch unbedingt gewässert werden.

Welche Bewässerungstechnik im Kürbisanbau eingesetzt wird, sollte man sich im Voraus genau überlegen. Hierbei spielen mehrere Faktoren eine große Rolle. Das Hauptproblem liegt zum einen darin, dass der Abstand zwischen den einzelnen Reihen sehr groß ist, was zu sehr viel Wasser- und Energieverschwendung führt, und zum anderen stellt die Wasserbeschaffung oft ein Problem dar. In vielen Fällen müssen neue Brunnen gebohrt oder lange Zuleitungswege errichtet werden, was mit sehr viel Geld- und Zeitaufwand verbunden ist. Zusätzlich ist zu überlegen, welche Methode des Kürbisanbaues gewählt wird, entweder die Direktaussaat oder das Vor-kultivieren in Töpfen und demnach kann die Bewässerung ausgelegt werden. Sollten schon Systeme und Brunnen vorhanden sein, die in anderen Kulturen zum Einsatz kommen und somit im Kürbissanbau auch anzuwenden sind, ist dies ein enormer Vorteil im Bezug auf die Kostenverteilung.

Wenn man sich für die Direktaussaat entscheidet, kommt nur die Verlegung von Tropfschläuchen in Frage (siehe Foto). Diese Art der Bewässerung ist sehr preisgünstig und benötigt wenig Wasser und Zeitaufwand. Beim Verlegen der Mulchfolie im Frühjahr wird im selben Arbeitsvorgang eine flexible Tröpfchenbewässerung mittig unter der Folie über die gesamte Länge maschinell mit verlegt. Der Abstand Loch zu Loch be-trägt 50 cm. Die Wasserabgabe pro Tropfer liegt bei 1,3 l pro Stunde, bei einem Druck von 0,7 bar. Der Rohrinnendurchmesser beträgt 16 mm. Der Betriebsdruck sollte bei 1,05 bar liegen. Alle Schläuche werden am Ende einer Reihe mit der Hauptwasserleitung verbunden, die im Durchschnitt einen Durchmesser von 50 mm haben sollte. Die Schläuche sind nur für eine Kulturperiode geeignet und werden zusammen mit der Mulchfolie nach der Ernte umweltgerecht entsorgt. Es ist darauf zu achten, dass die Hauptleitung so weit von den Reihen entfernt liegt, dass während der maschinellen Wildkrautbekämpfung mit dem Schlepper gedreht werden kann, ohne das die Rohrleitungen beschädigt werden. Das An- und Ausschalten kann über eine Zeitschaltuhr oder von Hand durchgeführt werden. Die Wasserzufuhr sollte aus dem Hydranten oder einem Brunnen kommen, damit der benötigte Druck gewährleistet ist.

Werden die Kürbisse von Hand oder mit Hilfe einer Pflanzmaschine gesetzt, so gibt es mehrere Möglichkeiten, wie bewässert werden kann. Die einfachste, aber auch teuerste Variante ist das Bewässern mit einer Beregnungsmaschine (siehe Foto). Hierbei ist von Anfang an zu beachten, dass sich solche Geräte nur bezahlt machen, wenn die angebauten Flächen groß genug sind und eine Wasserzufuhr gesichert ist. Der Düsendruck muss mindestens bei 4,5bar liegen, da sich sonst große Tropfen bilden, die zu Verschläm-mungen und Beschädigungen an der Pflanze führen können. Die nutzbare Arbeitsbreite beträgt bei dem abgebildeten Gerät bis zu 32 m. Der Wasserbedarf liegt je nach Größe der Düse bei 3,4 bis 10,7 m³/h.

Nachteilig an diesem Bewässerungssystem ist, dass die Flächen zwischen den einzelnen Kürbis-reihen mitgewässert werden, was zu einem hohen Wasserverbrauch und Verschleiß des Gerätes führt.
Die Vorteile sind Flexibilität, schnelle Einsetzbarkeit an verschiedenen Orten und die Beregnung großer Flächen in kürzester Zeit. Die gesamte Steuerung wird über einen Computer geregelt. Gewässert werden sollte in den Sommermonaten nach Möglichkeit abends und nachts, damit das Wasser nicht so schnell an der Erdoberfläche verdunstet.
Auf kleinen Flächen ist es sehr zu empfehlen, selbstaufziehende Sektorenregner einzusetzen (siehe Foto), die mit 1,5 Zoll Schläuchen versorgt werden können. Die Beregnungsbreite beträgt 28- 36m. Hier reicht ein normaler Hausbrunnen mit 3,5bar aus. Der Wasserver-brauch liegt bei 3 m³ in der Stunde. Das Gerät kostet rund 2500 DM in der Anschaffung, was relativ günstig ist für diese hohe Leistung. Ansonsten sind die Vor- und Nachteile genau die gleichen wie bei dem vorherigen Gerät, nur das die Flächenleistung geringer ist. Die Steuerung erfolgt von Hand.6

Bewässerung-rechts

Tipp:
Der Einsatz von PE-Tropfschläuchen ist aus folgenden Gründen nicht zu empfehlen. Normalerweise werden die Ackerflächen jedes Jahr gewechselt, was zur Folge hat, dass die neuen Felder unterschiedlich breit und lang sind. Dies würde bedeuten, dass automatisch die Bewässerungsschläuche und Verbindungsleitungen jedes Jahr verlängert oder verkürzt werden müssen.
 
Das Pflanzen der vorgezogenen Pflänzchen müsste immer an einem Tropfer erfolgen, was von Hand machbar wäre, aber nicht mit einer Pflanzmaschine. Nach der Ernte müssen die ganzen PE Rohre aufgerollt werden, wobei es häufig dazu kommt, dass die Tropfer abbrechen. Das lagern dieses Systems nimmt sehr viel Platz in Anspruch. Daher ist genau zu überlegen, für welches man sich entscheidet.

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