Pflanzenschutz

Viruserkrankungen an Kürbisgewächsen haben sich in den letzten Jahren zu einem massiven Problem entwickelt, besonders in den Gebieten, wo Kürbisse als Monokultur angebaut werden.
Das Zucchinigelbmosaikvirus kann auf der ganzen Welt auftreten. 1981 trat es das erste Mal in Italien und Frankreich auf und verursachte dort große Schäden an Melonen und Kürbissen. Bei einem Virusbefall bekommen die Blätter Flecken und werden chlorotisch, verkümmern und sterben später ab. Die Kürbisfrucht ist mit kleinen Pusteln übersät und fängt sehr schnell an zu faulen. Der Ausfall ganzer Bestände und hohe Ertragsein-bußen sind die Folge. Es gibt noch andere Viren, die Kürbisgewächse befallen können wie z.B das Gurkenmosaikvirus das Grünscheckungsmosaikvirus und das Gurkenvergilbungsvirus. Die Viren an Kürbisgewächsenunterscheiden sich deutlich in ihren Ansprüchen an den Wirt und an die Umwelt, in ihren Verbreitungsmechanismen und dem Wirtspflanzenkreis. Es gibt auch Viren die den Kürbis zwar befallen aber nicht schädigen. Um eine effektive Strategie zur Vorbeugung und Regulierung von Virosen erstellen zu können, ist es zuerst notwendig, eine schnelle und genaue Identifikation des Erregers vorzunehmen. Derzeit gibt es keine direkte Bekämpfungsmöglichkeit. Vorbeugend können Netze, Folien und Flies zur Abhaltung von Vektoren (Weiße Fliege, Blattläuse und Thripse) eingesetzt werden. Der Einsatz von Knoblauch - Extrakten gegen Thripse ist möglich. Das Entfernen von befallenen Pflanzen ist sorgfältig durchzuführen sowie die Desinfektion von Arbeitskleidung und Schnittwerkzeug. Kontrollen der Bestände durch das Pflanzenschutzamt sind zu empfehlen. Kürbisanbauflächen sollten nach Möglichkeit von Wildkräutern frei gehalten werden.

Obwohl Kürbisse robuste Pflanzen sind, können auch sie von Schädlingen und Pilzen befallen werden, wie z.B von schwarzen Blattläusen (Aphis fabae). Die Blattläuse befallen vor allem die jüngeren Blätter. Häufig wird das Pflanzengewebe durch den beim Saugen eindringenden gif-tigen Speichel zu krankhaftem Wuchs angeregt. Kräuseln der Blätter, Verkümmern der Triebspitzen und Nekrosen an den Blättern sind häufige Erkennungsmerkmale. Läuse schädigen nicht nur durch ihre Saugtätigkeit, sondern ihre süße und flüssige Kotauscheidung, der sog. Honigtau, überzieht die Blätter als klebrige Schicht. Auf dem Honigtau siedeln sich allerlei Rußtaupilze an, die zu Einbußen bei der Chlorophyllbildung führen. Vielen Ameisen dient der Honigtau, der von den Blattläusen ausgeschieden wird, als Nahrung. Zur Bekämpfung tragen viele natürliche Feinde bei, wie z.B Vögel , Marienkäferlarven und Florfliegenlarven. Zur chemischen Bekämpfung ist das nützlingsschonende Pirimor einsetzbar.

Sehr häufig treten Schnecken in unseren Gebieten auf. Ganze Kolonien von Schnecken und Nacktschnecken ernähren sich von Kürbisgewächsen. Zuerst fressen sie die frischen Setzlinge kahl, später die ganze Pflanze. Ihre Schadbilder zeichnen sich aus durch Lochfraß, Schabfraß und Schleimspuren sowie Kothaufen. Ihre Bekämpfung übernimmt zu einem die Natur selber durch Igel und Kröten, aber auch der Einsatz von Schneckenkorn ist möglich (Wetterlage beachten).
Große Probleme bereiten Erdeulenraupen. Die nackten, dicken, grau oder bräunlich gefärbten, sechzehnfüßigen und vier bis fünf cm lang werdenden Raupen sitzen über Tag unter Erdklumpen oder in der oberen Bodenschicht immer in der Nähe ihrer Fraßpflanzen. Am Abend und in der Nacht kommen sie hervor , um an oberirdischen Pflanzenteilen zu fressen. Sie schaden durch Fraß an Wurzeln und unterirdischen Stammteilen, nagen die Stengel dicht unter der Erdoberfläche an, fressen an Blättern und jungen Trieben. Eine einzige Raupe kann während der Nacht mehrere Pflanzen zerstören. Erdraupen zu bekämpfen ist schwierig. Am wirksamsten ist der Einsatz von selber hergestellten Streuködern, die an jede Pflanze ausgebracht werden. Köderrezept: 2 ml E 605 forte (Zulassung beachten) 200 g Kleie, 20 g Zucker, 400 ml Wasser. Der Streuköder ist auf feuchten Boden auszubringen, da nur bei feuchtem Boden mit dem Herauskommen der Schädlinge zu rechnen ist. Der Einsatz von anderen Pflanzenschutzmitteln ist möglich.

Auch Feldmäuse sind im Kürbisanbau nicht gern gesehen. Häufig können sie sich bis zur Ernte versteckt halten. Dann aber ist die Überraschung groß, wenn die Früchte mit Zahnspuren dekoriert sind. In diesem Fall hält sich der Schaden normalerweise in Grenzen, da die Wunden ver-narben und es nur zu kleineren Qualitätseinbußen kommt. Die Nagetiere können aber auch ganze Früchte von unten aushöhlen. Die Bekämpfung durch Lebendfallen ist möglich. Es ist darauf zu achten, dass bei dem Aufsetzen der Fallen die Hände mit Erde eingerieben werden. Durch den Körpergeruch des Menschen werden die Feldmäuse abgeschreckt, und laufen somit nicht in die aufgesetzten Fallen.
Ein sehr großes Problem im Kürbisanbau ist der Echte Mehltau. Wenn im Herbst die Temperaturen sinken und die Luftfeuchtigkeit steigt, sind die Blätter mehltauanfällig. Durch einen mehlartigen Belag auf den Blättern, der sich innerhalb kurzer Zeit auf den ganzen Be-stand ausbreiten kann, besteht sogar die Möglichkeit, dass sich der Echte Mehltau bis auf die Blattunterseite und dem Stengel der Frucht ausbreitet. Es kann zu Wachstumsstörungen, Verfaulen der Früchte, Verkrümmungen bis zum Absterben ganzer Pflanzenteile kommen. Dies kann zu hohen Qualitätseinbussen führen. Zur Bekämpfung des den Echten Mehltaues, sind fünf bis sechs Spritzungen im Abstand von sieben bis zehn Tagen durchzuführen. Mit der Behandlung sollte vor- beugend begonnen werden. Der Einsatz von Aliette WG und Saprol ist möglich. Ein Wechsel der Wirkstoffe ist zu empfehlen, um die Bildung resistenter Mehltauarten zu verhindern.

Ein weiteres Problem ist die Wildkrautbekämpfung. Vor dem Auflaufen der Saat bzw. dem Auspflanzen der vorgezogenen Jungpflanzen, ist eine Behandlung mit Roundup gegen Problemwildkräuter wie Quecke und Disteln sinnvoll.

Auch nach dem Auflaufen der Saat bzw. dem Setzen der Jungpflanzen ist die Kultur wildkrautfrei zu halten. In der Reihe erfolgt das Jäten mittels Handhacke ein- bis zweimal je nach Kulturverfahren, wobei alle kranken Pflanzen sofort mitentfernt werden. Zwei bis drei Personen hacken einen ha an einem Tag. Zwischen den Reihen sind die Bestände mittels Fräse oder Egge wildkrautfrei zu halten. Herbizideinsatz während der vegetativen Phase ist nicht zu empfehlen, da es durch Wind zu starker Abdrift kommen kann, was zur Folge hat, dass ganze Pflanzenteile absterben können. Kürbisbestände sollten ständig wildkrautfrei gehalten werden, um das Auftreten von Vektoren zu vermindern bzw. Probleme bei der Ernte zu vermeiden. Bei starkem Wildkrautbefall kommt es zu hohen Qualitätseinbußen. Der Einsatz von Stroh zwischen den Reihen eignet sich nicht. Das Einsäen von Klee zwischen den Reihen als Untersaat ist möglich ( Kosten beachten ).

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Eine einzige Raupe kann während der Nacht mehrere Pflanzen zerstören. Erdraupen zu bekämpfen ist schwierig. Am wirksamsten ist der Einsatz von selber hergestellten Streuködern, die an jede Pflanze ausgebracht werden.

Tipp: Köderrezept:
2 ml E 605 forte
 - (Zulassung beachten)
200 g Kleie,
20 g Zucker,
400 ml Wasser.
Der Streuköder ist auf feuchten Boden auszubringen, da nur bei feuchtem Boden mit dem Herauskommen der Schädlinge zu rechnen ist. Der Einsatz von anderen Pflanzenschutzmitteln ist möglich.

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